Fauvel AV36C1 'Marlies'

Aus dem Wiederaufbau-Tagebuch:

 

Zum Zerlegen musste zunächst die Steuerung entfernt und dann das Rumpfboot entlang der Profilunterseite abgesägt werden.

Damit wenig am Rippensatz beschädigt wird, werden die Holmgurte unter den Rippen ausgebohrt, dann die Beplankung an den Rippen vorbei abgesägt, danach die restliche Beplankung abgeschliffen.

Das Flügelhinterteil wird nicht zerlegt, aber am Höhenruderleitholm in zwei Hälften aufgeteilt. Die Beplankung des Mittelflügels wird zunächst an der Oberseite entfernt, Die Unterseite verbleibt bis zum Wiederaufbau und wird dann erneuert. Die Flügelnasenbeplankung wird völlig entfernt.

Im Flügelmittelstück befindet sich noch eine weitere Rippe 1. Diese ist aus Vollholz beplankt. Diverse Bohrungen und Laschen, sowie Gfk-Tanks mit Überspachtelten Einfüllstutzen und sonstige kleine Veränderungen scheinen Relikte aus der Motorseglerzeit zu sein und werden entfernt.

Sonstige Abweichungen, die beim Umbau zum Segler beibehalten wurden, verbleiben auch jetzt. Am Holmknick, Rippe 7-8, war keine Knickverstärkung vorhanden. Diese muss laut Zeichnung beim Wiederaufbau eingebaut werden.

 

  

 

Auf einer optisch ausgerichteten Helling wird der Holm aufgebaut. Für die Holmgurte wird eine nordische Kiefer aus geprüften Beständen der Job in Oerlinghausen genommen. Die Verleimung erfolgt mit Aerodux 185 mit Härter HRP 150.

Der Aufbau des Holmes wird nach Zeichnung 14/15 durchgeführt. Die angeflanschte Verlängerung, Rippe 30-32, wird neu aufgebaut. Sie sind aus Sperrholz der Möbelindustrie gefertigt; kleinere Schäden wie Fähnchenrisse müssen beseitigt werden.

 

  

 

Der gesamte Nasenrippensatz wird imprägniert und auf dem Holm ausgerichtet, verleimt und nachgestrakt. Danach wird die Beplankung aufgezogen und zur vorläufigen Verstärkung auch über das Cockpit hinweg. Dadurch ergibt sich eine, über die ganze Länge hinweg torsionsfeste Flügelnase, auf der ohne Helling weitergearbeitet werden kann. Auf dieser nun stabilen Flügelnase werden die beiden halben Hinterteile wieder aufgeleimt. Die Mittelrippen 1-1a sind stark beschädigt und werden nach Zeichnungen repariert. Der Höhenruderleitholm weicht im Mittelstück stark vom Plan ab. Er zeigt Spuren vom Motorsegler und wird beidseitig bis Rippe 3 erneuert.

 

In Höhe des linken Seitenruderbeschlages wird eine unsachgemäße Reparatur (Pattex) erneuert. Die Endleiste zwischen Rippe 8-16 wird nach der Zeichnung angeglichen.

 

Das Flügelhinterteil ist bis auf ein paar Fähnchenrisse in Ordnung. Seitenleitwerke und Ruder sind ebenfalls weitgehend in Ordnung. Das Höhenruder hat in den Ecken der Endleiste einige Fähnchen beschädigt und muss repariert werden.

Der gesamte Aufbau wird mit anelinfreier Grundierung imprägniert. Am Flügelmittelstück wird nun die obere Beplankung neu aufgebracht und die alte, untere entfernt und dann ebenfalls erneuert.

 

Das Rumpfboot wird bis zum Flügelstrack aufgefüttert. Das Rumpfende wird der Zeichnung angeglichen. Die Seilführung zu den Bordwandkupplungen muss gradlinig von den Umlenkrollen durch die Bordwand zu den Auslösehebeln verlegt werden. Die Abdeckhauben der Kupplungen müssen erneuert werden. Das Rumpfboot kann am Flügel angeleimt werden. Die innere Beplankung zwischen Rumpf, Holm und Nase wird unter Beachtung der Änderung 1/Blatt 3 angebracht. Die Rumpfbootoberkante wird der geblasenen Haube angepasst. Der Kopfabschluß, wie auch der Gleichrichterring, werden aus GFK erneuert. Anschließend werden Beschläge und Steuerstangen wieder eingebaut. Die Steuerseile müssen unter Beachtung der LTA 74-323/2 ersetzt werden.

 

Alle Ruderausschläge werden nach Betriebshandbuch eingestellt. Die Bespannung aus Maco wird mit Klebeleim aufgebracht und mit Spannlack imprägniert. Die Lackierung wird aus 2K-Acryl aufgebaut, Füller, Vorlack, Decklack; das Ganze mit 30% Elastik-additiv.

 

Abschließend wird das Kennzeichen und die farbliche Ausschmückung angebracht.

 

Fertig!